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20.12.2011 | Presseinformation
Vernetzung zum Wohle der seelischen Gesundheit -
PIBB und AOK Nordost schließen Vertrag zur Integrierten Versorgung



Die Managementgesellschaft des vpsg, die Psychiatrie Initiative Berlin Brandenburg (PIBB) und die AOK Nordost haben in der vergangenen Woche einen Vertrag zur Integrierten Versorgung psychisch Kranker abgeschlossen, der die Versorgung von chronisch psychisch Kranken in Berlin und Brandenburg deutlich verbessern soll.

Die Grundzüge des Vertrags in Stichworten:

- Einschreibung aller AOK-Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen aus Berlin Brandenburg möglich
- Psychiater als "Lotse", Einbezug von Kliniken durch 3-seitige Verträge
- Bezugstherapiekonzept mit Favorisierung/Förderung von Soziotherapie und ambulanter psychiatrischer Pflege
- Budgetberechnung morbiditätsadjustiert unter Einbeziehung somatischer Behandlungskosten
- Start ohne Malus-Option
- Doku und Kommunikation papierlos über die Internetplattform PIBBnet.
- Start der Einscheibungen noch im Dezember


Die Pressemitteilung:
Der Integrierte Versorgungsvertrag „Mein AOK-Gesundheitsnetz – seelische Gesundheit“ zwischen der AOK Nordost und der Psychiatrie Initiative Berlin Brandenburg (PIBB GmbH) soll ab Januar 2012 die Versorgung von chronisch psychisch Kranken in Berlin und Brandenburg deutlich verbessern und vor allem die Patienten belastende stationäre Aufenthalte aufgrund psychischer Erkrankungen – wenn möglich – vermeiden.

So hat eine Auswertung der AOK Nordost ergeben, dass sich in Berlin und Brandenburg im Jahr 2009 rund 20.000 Versicherte der Gesundheitskasse aufgrund einer psychischen Erkrankung in stationärer Behandlung befanden. Bundesweit beliefen sich nach Angaben des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung die Kosten für die Behandlung von Patienten, die 2010 aus psychiatrischer und psychosomatischer stationärer Behandlung entlassen wurden, auf 5,4 Mrd. Euro.

Für viele Versicherte mit chronischen psychischen Erkrankungen ist der behandelnde Psychiater der Arzt, der von ihnen vorrangig und regelmäßig aufgesucht wird. Deshalb wird er im Rahmen des Vertrages auch die Versorgung der Patienten koordinieren. „Er ist derjenige, der ein umfassendes Bild des Patienten und seines Umfelds hat. Damit kann der behandelnde Psychiater dem Anspruch einer Integrierten Versorgung auf eine ganzheitliche Sichtweise gerecht werden. Häufig weisen psychisch Kranke auch somatische Begleiterkrankungen auf. Das wird in Versorgungskonzepten bisher zu wenig berücksichtigt“, beschreibt Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement der AOK Nordost, den neuen Ansatz der Vereinbarung mit der PIBB. Im Rahmen des Integrierten Versorgungsvertrages der Gesundheitskasse und der PIBB wird darum der verantwortliche Psychiater auch immer ein besonderes Augenmerk auf die somatischen Begleiterkrankungen richten.

Neben einer stärkeren Vernetzung der an der Behandlung beteiligten Haus- und Fachärzte steht bei dem Vertrag die koordinierte Zusammenarbeit zwischen dem ambulanten ärztlichen Sektor und den ambulanten psychiatrischen Pflegediensten sowie der Soziotherapie im Mittelpunkt. Durch die kontinuierliche Betreuung sollen krisenhafte Zuspitzungen der Erkrankungen vermieden und den Versicherten durch eine ambulante Komplexbehandlung auch bei gravierenden Krankheitsbildern ein Krankenhausaufenthalt erspart werden.

„Ein großes Problem in der Alltagsversorgung psychisch Kranker ist die mangelnde Absprache zwischen den verschiedenen Versorgungssektoren. So gehen Patienten zum Beispiel ohne vorherige ambulante Behandlung in die Klinik beziehungsweise werden nach stationärer Behandlung nicht ambulant weiterbehandelt. Aber nur eine verbesserte ambulante Behandlung, die den psychischen, somatischen und sozialen Aspekten der Erkrankung gerecht wird, kann die entscheidende langfristige Stabilisierung bewirken“, erklärt Dr. Norbert Mönter, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und Vorsitzender der PIBB.
Der interdisziplinäre, fach- und sektorenübergreifende IV-Vertrag soll auch die therapeutische Kontinuität und eine bedarfsgerechte Behandlung im Einzelfall ermöglichen. Zum einen bezieht er die Patienten aktiv in die Behandlung mit ein und hält sie somit zur Eigenverantwortung an. Zum anderen begleiten der behandelnde Psychiater und die psychiatrische Krankenpflege sowie die Soziotherapie den Patienten im Bedarfsfall auch langfristig.


Die Pressemitteilung finden Sie auch auf der Website der AOK-Nordost:
» hier

oder zum Download » hier (pdf)

(Autor: AOK Nordost und PIBB)

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